Ablauf der Ausbildung

Die Segelflugausbildung dauert bei uns in der Regel zwischen anderthalb und drei Jahre, je nach Engagement des Flugschülers. Um jedoch eine gewisse Kontinuität in der Ausbildung zu gewährleisten, ist es ratsam, während dieser Ausbildungszeit möglichst häufig und regelmäßig am Flugbetrieb teilzunehmen.

Nach Abgabe notwendiger Unterlagen an den Verein kann sofort mit der Ausbildung begonnen werden. Diese gliedert sich in folgende Teilabschnitte:

 

 

Praktische Flugausbildung:

Die praktische Ausbildung beinhaltet folgende Punkte:

Ausbildungsabschnitt 1:

Vermittelt werden die grundlegendsten Kenntnisse des Fliegens, angefangen vom Verhalten auf dem Flugplatz über Umgang mit Luftfahrtgerät bis hin zur eigenständigen Landung, welche neben umsichtigem Fliegen und dem Start wohl das Schwerste am Fliegen ist und die längste Zeit der Ausbildung in Anspruch nimmt. Mit der bestandenen A-Prüfung nach etwa 60 Starts ist der Flugschüler berechtigt, mit Erlaubnis Alleinflüge in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes durchzuführen, während er ständig in Funk- und optischem Kontakt mit einem Fluglehrer am Boden steht.

  • Bodeneinweisung:
    • Transport und Montage eines Segelflugzeugs
    • Überprüfung nach Klarliste vor dem ersten Start
    • Vorraussetzung für den Flugbetrieb, Verhalten auf dem Flugplatz
    • Handhabung des Rettungsfallschirms, Einweisung in den Haubennotabwurf
  • Der Startvorgang (wahlweise):
    • Windenstart, Verhalten bei Startunterbrechung und Seilriss
    • Flugzeugschleppstart, Verhalten in besonderen Fällen
  • Während des Fluges:
    • Wirkung und Bedienung der Ruder, Geradeausflug, Rollübung
    • Kurvenflug mit 20° bis 30° Querneigung
    • Langsamflug, Überziehen im Geradeaus- und Kurvenflug, Trudeln
    • Platzrunde und Landeeinteilung, Luftraumbeobachtung
  • Die Landung:
    • Besondere Fälle beim Landeanflug, Landung aus ungewohnter Position
  • A-Prüfung: 3 Platzrunden im Alleinflug

Ausbildungsabschnitt 2:

Es schließen sich weitere Übungen mit Lehrern an und nach bestandener B-Prüfung erfolgt eine Umschulung auf unseren Holz-Einsitzer, eine Ka 6e. Erkennen die Fluglehrer eine gewisse Souveränität des Flugschülers im Umgang mit den Flugzeugen, kann die praktische C-Prüfung in Angriff genommen werden. Nach bestandener C-Prüfung darf man bereits auf einen unserer drei Hochleistungs-Einsitzer aus Kunststoff umschulen.

  • Übungsflüge im Alleinflug
  • Kreisflüge stationär mit 30° bis 45° Querneigung, Kurvenwechsel
  • Schnellflug beim Geradeausflug
  • Seitengleitflug (Slip)
  • Kreisflüge mit wechselnder Drehgeschwindigkeit, Querneigung und Längsneigung
  • B-Prüfung: 3 Alleinflüge, Kurvenwechsel, Rollen um die Längsachse, Ziellandung
  • Anfliegen der Thermik, Zentrieren, Sollfahrt
  • Einstieg in die Thermik, gemeinsames Kreisfliegen
  • Überprüfung Grenzflugzustände mit Lehrer
  • Umschulung auf weitere Segelflugzeugmuster (z.B. Ka 6e)
  • 30-Minuten-Segelflug im Alleinflug
  • C-Prüfung: 3 Alleinflüge, Kurvenwechsel, Slip, Hochgezogene Fahrtkurve
  • 3 Flüge mit Lehrern mit Landeanflug aus ungewohnter Position
  • Praktische Einweisung in besondere Flugzustände, Unfälle und Notfälle

Ausbildungsabschnitt 3:

  • Navigationseinweisung
  • Meteorologische Streckenflugeinweisung mit Lehrer
  • 3 Starts und Landungen auf fremdem Platz
  • Praktische Überprüfung der Streckenflugreife:
    • Zielrückkehrflüge allein (mit Flugauftrag)
    • Übungsflüge (mit Flugauftrag)
  • Vorbereitung und Durchführung eines 50-km-Streckenfluges (erst möglich nach bestandener theoretischer PPL-C-Prüfung, siehe unten)

Theoretischer Unterricht:

Es wird darauf geachtet, dass Theorie und Praxis auf gleichem Niveau stehen, d.h. man darf die praktischen Teilprüfungen erst fliegen, wenn der dazugehörige theoretische Teil bestanden wurde, was in kleineren vereinsinternen Multiple-Choice-Tests geprüft wird. Der Theorieunterricht wird hauptsächlich in den Wintermonaten November bis Mitte März im Leistungsstützpunkt Oerlinghausen durchgeführt und umfasst 60 Unterrichtsstunden in folgenden Fächern:

  • Luftrecht
  • Technik
  • Navigation
  • Meteorologie
  • Aerodynamik
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Funksprechzeugnis BZF II (separater Lehrgang, wird dringend empfohlen)
 

Bis zur Anmeldung zur theoretischen PPL-C-Prüfung, der abschließenden amtlichen Prüfung, müssen 60 Theoriestunden und 30 Flugstunden, 15 davon ohne Lehrer, im Ausbildungsnachweisheft bestätigt worden sein.

Nach der bestandenen PPL-C-Theorie wird der letzte Teil der Ausbildung begonnen, der Überlandflug von mindestens 50 km, zu dem das Funksprechzeugnis nötig ist. Dieser Flug muss innerhalb von 12 Monaten nach dieser Prüfung durchgeführt werden. Nach der abschließenden praktischen PPL-C-Prüfung, bei der man 3 Flüge mit einem amtlichen Prüfer absolvieren muss, ist die Ausbildung beendet.

 

 

AKAFLIEG BIELEFELD e.V.
Im Deutschen Aero-Club
Lindauer Weg 20
33659 Bielefeld

Manfred Hoffmeister
(1. Vorsitzender)
Tel: 0521-142042

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